EH1 Fluvisol

Wir stehen drei Meter oberhalb der vorbeifliessenden Aare und blicken auf einen 70 cm tiefreichenden dunkelgrauen (humusreichen) Boden (Ah, AC) aus sandigem Lehm, in dem Sträucher und Gräser wurzeln. Darunter liegen graue, geschichtete Aaresande (C). Im obersten Profilbereich sind einige Ziegel- und Kiesfragmente zu finden, die auf menschliche Aktivitäten bzw. Aufschüttungen von ortsfremdem Material hinweisen (yAh).

Bodenaufbau

Der dunkelgraue Boden besteht aus lehmigem Sand und bis zu 5 % organischer Substanz (Humus). Die Aaresande (C) haben Kalkgehalte um die 45 %, während im darüberliegenden Boden noch immer 30 % Kalk vorhanden sind. Aufgrund des Kalkgehaltes ist auch der pH-Wert dieses Bodens basisch (> 7).

Bodenbildung

Humus entsteht aus zersetztem organischem Material und wird durch Regenwürmer und andere Lebewesen in den Boden eingearbeitet. Der daraus gebildete Boden ist noch reich an leicht löslichem Kalk, was einen Hinweis darauf gibt, dass der Boden sehr jung ist. Es ist davon auszugehen, dass die Sande der Aare hier erst vor wenigen hundert Jahren abgelagert wurden und der Standort durch menschliche Flussregulierungen trockengefallen ist. Die oberen 10 cm des Bodens wurden vermutlich durch menschliche Tätigkeit aufgeschüttet, worauf die Ziegelreste hindeuten.

Bodennutzung

Sandreiche Böden können wenig Wasser gegen die Schwerkraft halten, weshalb die Standorte zu Trockenheit neigen. Humus, Kalk und die Lehmkomponente sorgen aber für eine gute Nährstoffversorgung.