Vor 24‘000 Jahren waren am Höhepunkt der letzten Eiszeit weite Teile der Schweiz vergletschert. Bei Bern vereinigten sich der aus Südosten kommende Aaregletscher mit dem aus Südwesten kommenden Rhonegletscher. Das Eis war hier ca. 300 m mächtig. Der Gurten war eisbedeckt, während der Gipfelbereich des Bantiger noch aus dem Eis herausragte. Die Zunge des Aare-Rhone-Gletschers reichte fast bis Langenthal.

In den folgenden Jahrtausenden ging die Eisbedeckung kontinuierlich zurück. Vor 19‘000 Jahren stiessen Eismassen aus dem Aaretal jedoch wieder bis ins heutige Berner Stadtgebiet vor. Das Inselspital und das Universitätshauptgebäude stehen exakt auf den Endmoränen des „Bern-Stadiums“. Zahllose Schmelzwasserbäche schütteten Geröll in Richtung Norden und Westen. In den folgenden Jahrtausenden schnitt sich die kurvenreiche Aare immer tiefer in die eiszeitlichen Gerölle ein und hinterliess dabei Flächen unterschiedlicher Höhe, die heute als Terrassen sichtbar sind.

Vor 14‘000 Jahren wurde das Klima deutlich milder und es entwickelte sich eine immer dichtere Baumvegetation. Die geschlossene Vegetationsdecke stabilisierte die Landschaft. Die Einschneidung der Aare in die Landschaft liess deutlich nach.

Im Bereich der HAFL setzte die Bodenentwicklung bereits vor 23‘000 Jahren in Gletscherablagerungen ein (LF, AW). Auf der etwa 40 m tiefer liegenden Terrassenfläche der Engehalbinsel, auf der sich auch das Römische Bad befindet, begann die Bodenbildung erst 5‘000 Jahre später (EH3, EH4, EH5). Im Bereich des Keltenwalls oberhalb des Zehendermättelis sind die Böden 14‘000 Jahre alt (EH2). Die nahe des heutigen Aarelaufs liegenden Ebenen sind nur wenige hundert Jahre alt (EH1, EH6). Die tausende Jahre, die Boden für seine Entwicklung braucht, lassen sich im Bereich der Berner Böden innerhalb eines Tages erwandern. Wir empfehlen im Bereich EH1, bei den jüngsten Böden zu starten und an der HAFL zu enden.
