EH4 Saure Braunerde

Wir stehen in einem Mischwald in der Nähe des römischen Bades und betrachten einen gut ein Meter mächtigen Boden, der aus Lehm und vielen gerundeten und auch kantigen Steinen besteht. Der dunkle, humushaltige Oberboden (Ah(p)) ist in den ersten 30 cm recht homogen aufgebaut. Darunter folgen schmutzigbraune gelbliche (AB) und rötliche ((It)B) Unterbodenhorizonte, ähnlich wie in EH3 und EH5, jedoch stark gestört. An der Basis liegen kalkhaltige Aareschotter, teils mit Kalkbelägen an der Unterseite (Ck).

Bodenaufbau

Auffällig ist der homogene und dunkle humose Oberboden der relativ wenig Grobmaterial (>2 mm) enthält. Der Boden darunter ist ähnlich wie EH3 und EH5 aufgebaut, wenn auch insgesamt deutlich dunkler und im Aufbau gestört. Auch hier ist der Boden stark sauer (pH: 4–4,5) und kalkfrei, im Gegensatz zu den darunter liegenden Schottern.

Bodenbildung

Wie an den benachbarten Standorten EH3 und EH5 begann auch hier vor ca. 18‘000 Jahren die Entwicklung einer Parabraunerde aus kalkhaltigen Flussablagerungen. Entkalkung, Verlehmung, Verbraunung und Tonverlagerung als typische bodenbildende Prozesse sind klar nachweisbar. Allerdings wurde der Boden vor über 2‘000 Jahren durch menschliche Tätigkeit (z.B. Waldrodung) in seiner Entwicklung gestört. Vermutlich wurde dieser Standort zeitweise ackerbaulich genutzt, wobei der Oberboden durch den Pflug homogenisiert wurde.

Bodennutzung

Lehmreiche Böden haben prinzipiell eine gute Wasserversorgung. Einschränkend wirken jedoch die hohen Anteile an Grobmaterial, weil sie keinen Wurzelraum und Wasserspeicher bieten. Durch Kalkung kann die starke Versauerung kompensiert werden so dass bei Ackerbau recht gute Erträge zu erwarten wären. Es scheint, als hätten bereits die Kelten und Römer diesen Bereich nach Rodungen ackerbaulich genutzt.