Wir befinden uns im forstwirtschaftlich genutzten Allmitwald (AW) und blicken auf einen anderthalb Metern tief reichenden braunen Boden. Dieser besteht aus Lehm und einigen gerundeten und eckigen Steinen. Der humusreiche Oberboden (Ah) ist zuoberst schwarz und wird nach unten dunkelbraun. In 15–45 cm Tiefe ist der Boden gelblichbraun (E), darunter nehmen rötliche Farbanteile, Grobmaterial und Tongehalte deutlich zu (It). An der Basis liegt helles, kalkhaltiges Material mit Spuren von Toneinwaschung (Ct).

Bodenaufbau
Der schwarze Oberboden besteht aus fast 30 % organischer Substanz (Humus) und enthält auch sauberen Quarzsand. Er wird nach unten braun und lehmreicher. Ab 15 cm Tiefe nimmt der Humusanteil deutlich ab und es dominieren gelbbraune Farben. Unterhalb 45 cm ist der Boden rötlicher und durch die erhöhten Tongehalte (25 %) gut mit den Fingern formbar. Der Boden ist durchweg kalkfrei und sehr sauer (pH: 3,5 – 4,0). Erst an der Profilbasis erreicht man die kalkhaltige, basische Moränen mit Spuren von Toneinwaschung aus den darüber liegenden Horizonten.

Bodenbildung
Die organische Substanz reichert sich im Oberboden stark an, weil der Standort sehr sauer ist und dadurch weniger Humusabbau durch Mikroorganismen stattfindet. Vereinzelt sind weisse Quarzsandkörner zu sehen, welche zurückbleiben, wenn Eisen-Humus-Komplexe durch organische Säuren nach unten ausgewaschen werden (Podsolierung). Die gelb- bis rotbraunen Farben im Unterboden stammen von Eisenoxiden (Rost). Der Boden hat sich seit 22‘000 Jahren aus kalkhaltigem Moränenmaterial durch Kalkauswaschung, Verbraunung, Tonbildung und -verlagerung gebildet. Mittlerweile ist der Boden stark versauert (pH-Wert < 5), so dass Tonverlagerung aktuell nicht mehr stattfindet.
Bodennutzung
Lehmreiche Böden haben eine gute Wasserversorgung. Hohe Tongehalte im Unterboden könnten Staunässe verursachen, die durch Rostflecken erkennbar wären. Dies ist hier aber noch nicht feststellbar, vermutlich wegen des hohen Sandgehalts. Parabraunerden gehören zu den fruchtbarsten Böden der Schweiz; die starke Versauerung ist jedoch oft für die Nährstoffversorgung nachteilig und kann mit einer Kalkzugabe vermieden werden.
