EH3 Parabraunerde

Wir stehen in einem Mischwald, 40 m über der Aare und betrachten einen gut einen Meter mächtigen Boden, der aus Lehm und einigen gerundeten Steinen besteht. An der Profiloberkante liegt etwas dunkler Humus aus zersetztem Pflanzenmaterial und darunter humusreicher Oberboden (Ah). Im oberen halben Meter des Profils (E) dominieren gelbbraune Farben. Darunter wird es rötlicher und toniger (It). Unter dem Boden sehen wir die grauen Aareschotter, teils mit Kalkbelägen an den Unterseiten Steine (Ck).

Bodenaufbau

Der fast schwarze, huminstoffreiche Oberboden mit Humusgehalten von 10 % ist mit einigen cm helleren Aushubmaterials bedeckt (y[Ah]C). Ab 10 cm Profiltiefe nimmt der Humusanteil deutlich ab und es dominieren gelbbraune und darunter rotbraune Farben. Besonders auffällig ist der höhere Anteil von Ton (29 %) im rötlicheren unteren Teil des Bodens. Der Boden ist sehr sauer (pH: 4) und kalkfrei. Der Übergang in die kalkhaltigen, basischen Aareschotter in 1 m Tiefe ist deutlich.

Bodenbildung

Die organische Substanz reichert sich im Oberboden stark an, aber wegen des geringeren Säuregehalts nicht so stark wie in EH2. Der Farbwechsel (gelbbraun zu rotbraun) und der Tongehaltsanstieg im Unterboden resultieren aus dem Prozess der Tonverlagerung. Dieser Prozess dauert tausende Jahre und ist kennzeichnend für den Bodentyp Parabraunerde. Dieser Boden hat sich aus kalkhaltigen Schottern der Aare gebildet, die nach dem Höhepunkt der letzten Eiszeit vor ca. 18‘000 Jahren abgelagert wurden. Der Anteil von Feinsand und Schluff im Boden lässt sich durch den Eintrag von Feinmaterial durch Hochwasser und Wind während der ausgehenden Eiszeit und durch weitere Verwitterung erklären. Mittlerweile ist der Boden stark versauert, so dass Tonverlagerung nicht mehr stattfindet.

Bodennutzung

Lehmige Böden gewährleisten eine gute Wasserversorgung. Allerdings sind hohe Anteile von Grobmaterial (Kiesel und Steine) nachteilig, weil sie keinen Wurzelraum und Wasserspeicher bieten. Hohe Tongehalte im Unterboden können zu Staunässe und zur Bildung von Rostflecken führen. Der hohe Anteil an Sand- und Grobmaterial wirkt jedoch der Vernässung entgegen. Parabraunerden gehören zu den fruchtbarsten Böden der Schweiz.