Landschaftsentwicklung

Vor 24‘000 Jahren waren am Höhepunkt der letzten Eiszeit weite Teile der Schweiz vergletschert. Bei Bern vereinigte sich der aus Südosten kommende Aaregletscher mit dem aus Südwesten kommenden Rhonegletscher. Die Eismächtigkeit im Stadtgebiet und im Bereich der Berner Böden (BB) erreichte mehr als 850 m über dem Meeresspiegel. Der Gurten war eisbedeckt, während der Bantiger noch aus dem Eis herausragte. Die Zunge des Aare-Rhone-Gletschers reichte fast bis Langenthal. 

Das Berner Mittelland zur Zeit des Letztglazialen Maximums (LGM) vor 24’000 Jahren (nach Geodaten von geo.admin.ch)

In den folgenden Jahrtausenden ging die Eisbedeckung kontinuierlich zurück. Vor 19‘000 Jahren stiessen Eismassen aus dem Aaretal jedoch wieder bis ins heutige Berner Stadtgebiet vor. Das Inselspital und das Universitätshauptgebäude stehen exakt auf den Endmoränen des „Bern-Stadiums“. Zahllose Schmelzwasserbäche schütteten Geröll in Richtung Norden und Westen. In den folgenden Jahrtausenden schnitt sich die kurvenreiche Aare immer tiefer in die eiszeitlichen Gerölle ein und hinterliess dabei Flächen unterschiedlicher Höhe, die heute als Terrassen sichtbar sind.

Das Berner Umland zur Zeit des Bernstadiums vor 19’000 Jahren (nach Nussbaum 1921, Basiskarte von geo.admin.ch)

Vor 14‘000 Jahren wurde das Klima deutlich milder und es entwickelte sich eine immer dichtere Baumvegetation. Die geschlossene Vegetationsdecke stabilisierte die Landschaft und die Einschneidung der Aare in die Landschaft liess deutlich nach. Im Bereich der HAFL setzte die Bodenentwicklung bereits vor 23‘000 Jahren in eiszeitlichen Ablagerungen ein (LF, AW). Auf der 530 m über dem Meeresspiegel liegenden Terrassenfläche der Engehalbinsel, auf der sich auch das Römische Bad befindet, begann die Bodenbildung erst 5‘000 Jahre später (EH3, EH4, EH5). Im Bereich des Keltenwalls oberhalb des Zehendermättelis sind die Böden 14‘000 Jahre alt (EH2). Die Nähe des heutigen Aarelaufs liegenden Terrassen sind nur wenige hundert Jahre alt (EH1, EH6).

Querschnitt durch das Gebiet der Berner Böden (Koordinaten: SW – 2’600’000 1’200’000, NE – 2’602’493.5 1’204’797)